Recycling von Spacern: Vom Restabschnitt zum Rohstoff
Nachhaltigkeit ist auch dort möglich, wo man sie auf den ersten Blick kaum vermutet – im Detail. Bei Technoform betrifft das unsere technisch hochentwickelten Abstandhalter für die Warme Kante im Isolierglas. Sie bestehen aus Polypropylen, Edelstahl und einem kleinen Anteil Stahl und werden von Isolierglasherstellern weltweit weiterverarbeitet. Dabei entstehen unvermeidlich Reststücke: beim Ablängen oder durch Fehlproduktion. Obwohl es sich um hochwertige Materialien handelt, landen diese Verschnitte bislang häufig im Abfall und werden verbrannt – auch, weil praktikable Alternativen fehlen. Durch die enthaltenen Metallanteile ist dieses Vorgehen nicht nur ineffizient, sondern auch ökologisch fragwürdig.
Genau hier setzen wir an. Unser Anspruch ist es, wertvolle Materialien nicht zu verlieren, sondern konsequent im Kreislauf zu halten. Deshalb holen wir den bei unseren Kunden anfallenden Spacer-Verschnitt zurück und lassen ihn von einem spezialisierten Partnerunternehmen sortenrein trennen. Polypropylen, Edelstahl und Stahl werden präzise separiert – eine entscheidende Voraussetzung für echte Kreislaufwirtschaft. Alle Materialien können wieder als Rohstoffe genutzt werden, Abfall wird vermieden.
Besonders spannend ist für uns das zurückgewonnene Polypropylen. Lässt sich der Kreislauf tatsächlich schließen und das Material erneut in der Spacerproduktion einsetzen? Unsere internen Tests geben eine klare Antwort: ja. Spacer lassen sich problemlos mit 35 %, 75 % oder sogar 100 % recyceltem Polypropylen herstellen – ohne Qualitätsverluste oder optische Einschränkungen. Erste Pilotkunden testen diesen Ansatz bereits unter realen Bedingungen. Damit rückt ein wichtiger Meilenstein näher: ein Spacer, der vollständig aus Recyclingmaterial besteht.
Dank unserer EPD (Stage A1) wissen wir genau, dass der größte Hebel zur CO2‑Reduktion im Rohstoffeinkauf liegt. Deshalb ist der Einsatz von Recyclingmaterial für uns weit mehr als ein Nachhaltigkeitsaspekt: Er reduziert die Emissionen bereits am Anfang der Wertschöpfungskette. Ein vollständig aus Recyclingmaterial hergestellter Spacer kann unseren Kunden ein Produkt mit deutlich reduziertem CO₂‑Fußabdruck bieten.
Für unsere Kunden bedeutet das einen echten Mehrwert. Kein Abfall, keine Verbrennung, kein Downcycling – stattdessen ein geschlossener Materialfluss, der den CO2-Fußabdruck unmittelbar reduziert.
Der Spacer ist nur ein kleines Bauteil einer Isolierglasscheibe. Doch gerade wenn solche Komponenten zirkulär werden, zeigt sich, wie wirkungsvoll nachhaltiges Denken im Detail sein kann. Mit unserem Recyclingprogramm schließen wir Materialkreisläufe, schonen Ressourcen, reduzieren CO₂ und leisten einen konkreten Beitrag zu zukunftsfähigem Bauen. Gemeinsam mit unseren Kunden machen wir aus gutem Material wieder ein gutes Produkt – und bringen echte Circular Economy in die Fenster- und Fassadenbranche.