Recycling von Spacern: Vom Restabschnitt zum Rohstoff
Nachhaltigkeit ist auch dort möglich, wo man sie auf den ersten Blick kaum vermutet – im Detail. Bei Technoform betrifft das unsere technisch hochentwickelten Abstandhalter für die Warme Kante im Isolierglas. Sie bestehen aus Polypropylen, Edelstahl und Draht. Dank unserer EPD wissen wir genau, dass der größte Hebel zur CO₂‑Reduktion beim erdölbasierten Polypropylen liegt. Gelingt es, Recyclingmaterial in gleichbleibend hoher Qualität einzusetzen, eröffnet sich für unsere Kunden die Perspektive auf einen Spacer mit deutlich reduziertem CO₂‑Fußabdruck.
In unserem Produktionsprozess sowie im Kundenprozess in der Isolierglasproduktion entstehen unvermeidlich Reststücke beim Ablängen oder durch Fehler. Obwohl es sich um hochwertige Materialien handelt, landen diese Profile bislang häufig im Abfall und werden verbrannt – auch, weil praktikable Alternativen fehlen. Durch die enthaltenen Metallanteile ist dieses Vorgehen nicht nur ineffizient, sondern auch ökologisch fragwürdig.
Genau hier setzen wir an. Unser Anspruch ist es, wertvolle Materialien nicht zu verlieren, sondern konsequent im Kreislauf zu halten. Deshalb sammeln wir unsere eigenen Profilreste und den Verschnitt von Pilotkunden. Von einem spezialisierten Partnerunternehmen lassen wir die Spacerreste sortenrein trennen: Polypropylen, Edelstahl und Draht werden präzise separiert – eine entscheidende Voraussetzung für echte Kreislaufwirtschaft. Das Ziel ist, alle Materialien wieder als Rohstoffe zu nutzen und Abfall konsequent zu vermeiden.
Besonders spannend ist für uns das zurückgewonnene Polypropylen. Lässt sich sein Kreislauf schließen und das Material erneut für die Spacerproduktion einsetzen? Unsere internen Tests zeigen: Grundsätzlich ist das möglich – allerdings ist der Prozess anspruchsvoll. Spacer lassen sich mit anteiligem oder vollständig recyceltem Polypropylen herstellen, ohne Einbußen bei Optik oder Stabilität.
Die Aufbereitung des Spacerverschnitts zu neuem Granulat erfordert höchste Sorgfalt. Deshalb arbeiten wir mit spezialisierten Partnern zusammen und setzen auf einen präzise abgestimmten, kontrollierten Compoundierprozess. So stellt Technoform sicher, dass auch beim Einsatz zurückgewonnener Materialien unser hoher Qualitätsanspruch erfüllt wird.
Der Weg ist dennoch vielversprechend. Denn für uns ist entscheidend, endliche Materialien möglichst lange im Kreislauf zu halten und Verantwortung für unser Produkt über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu übernehmen. So verbinden wir technische Entwicklungsarbeit mit einem klaren Anspruch: Ressourcen schonen, die Umwelt entlasten, das Klima schützen und CO₂-Emissionen Schritt für Schritt reduzieren sowie sinnvolle Alternativen zu Entsorgung und Verbrennung finden.
Glas wird bereits recycelt, und auch wir im Bereich der Abstandhalter sitzen in den Startlöchern. Wenn Komponenten zirkulär werden, zeigt sich, wie wirkungsvoll nachhaltiges Denken im Detail sein kann. Gemeinsam mit unseren Kunden machen wir aus wertvollen Rohstoffen ein starkes Produkt - und ebnen den Weg für Circular Economy in der Fenster- und Fassadenbranche.